Da dieses letzte Wochenende vorm Urlaub bis auf die ausgiebige Teilnahme (zumindest zeitlich gesehen) am Sommerschlussverkauf recht unspektakulär ist, nutze ich nun den verregneten Sonntag Nachmittag, um mal wieder Bericht zu erstatten.
Letztes Wochenende war ich seit langem mal wieder kulturell interessiert in D.F. unterwegs und habe mir die bedeutendste Wallfahrtskirche des Landes angeschaut - die Basilika der Jungfrau von Guadalupe. Abermillionen Mexikaner pilgern jährlich dorthin, die letzten Meter über den Großen Platz bis zur Kirche auf Knien zurücklegend. Antje - die Ungläubige - ist im Bus vorgefahren... Unter den ganzen Touristen auf dem Platz fällt dieser "Regelverstoß" jedoch nicht weiter auf.
An dieser Stelle möchte ich ein wenig zur Fortbildung beitragen und meinen Reisführer zitieren: "Nach der Legende erschien am 2. Dezember 1531 einem (schon bekehrten) indianischen Schafhirten auf dem Hügel von Tepeyac, der sich nördlich hinter der alten Basilika erhebt, mehrmals die Jungfrau Maria, und als Beweis der göttlichen Vision bildete sich ein paar Tage später auf seinem Mantel das Gesicht einer dunkelhäutigen Frau ab, die dann vom damaligen ersten Bischof von Mexiko Stadt als das Bildnis von Maria erkannt wurde." DerHügel war eigentlich einer aztekischen Göttin geweiht. "Mit dem 'Erscheinungswunder' vermengten sich zwei Glaubenswelten und zwei Göttinnen durchdrangen sich. Für die katholische Kirche wurde die Virgen Morena der entscheidende Faktor zur durchgreifenden Missionierung Mexikos, denn mit der 'Dunklen' fiel es den Indianern wesentlich leichter, die Religion ihrer Unterwerfer anzunehmen." Guadalupe entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte für die Mexikaner zum Symbol der Ermutigung und Hoffnung, zur personifizierten Glücks- und Integrationsfigur aller Bevölkerungsgruppen. Mit der Einführung des Gregorianischen Kalenders ging die Verlegung des auch heute noch größten Festes in ganz Mexiko auf den 12. Dezember einher. Am 11. und 12. Dezember wird der große Vorplatz der Basilika zu einem Aufmarschzentrum für unzählige Wallfahrtsgruppen und auf Knien in die Kirche rutschende Pilger. Der Staat, der aus Verfassungsgründen aus dem 12. Dezember keinen offiziellen Feiertag machen konnte, verhält sich diesem Kult gegenüber loyal, denn es waren in Mexiko schon immer der Glaube und Guadalupe, die dem brüchigen sozialen Frieden Rückhalt gaben. Und ich hatte mich damals gefragt, warum ich für den 12.12. keinen Rückflug nach Deutschland buchen konnte und Travel Services mir den Flug am 11.12. abends gebucht hat... Nun weiß ich, warum... Ich werde also an meinem letzen Tag hier in Mexiko das spektakulärste Fest des ganzen Landes miterleben können... wenn ich irgendwie bis zum Platz durchkomme...
Nun ja, da die Alte Basilika langsam aber stetig in den weichen Boden absinkt und nur noch von Stahlgerüsten gehalten wird, hat man direkt daneben eine gewaltige Wallfahrtskirche erbaut, die eher an ein Zirkuszelt erinnert als an eine Kirche. Ungefähr 15.000 Personen passen dort wohl rein... ich wette, am 12.12. sind es noch ein paar mehr. Hinter schussfestem Glas kann man hier den Mantel mit dem Bildnis der Guadalupe bewundern. Damit die Gläubigen, aber insbesondere auch die fotohungrigen Touris nicht stundenlang davor stehen und anderen die Sicht versperren, hat man ein 4-spuriges Rollband installiert, auf welchem die Massen staufrei am Objekt der Begierde vorbeifahren... Clever Clever... Dank dieser Installation, der Zirkuszeltatmosphäre und den durchnummerierten Beichtkabinen, vor denen die Sünder Schlange stehen, geht das Gefühl, welches mich sonst beim Betreten einer Kirche (ja, auch als Atheist) überkommt, völlig verloren... Hier herrscht Massenabfertigung. Daran kann auch die wunderschöne Blumendeko nichts ändern.
Den ersten Kilometer meines Heimweges habe ich dann zu Fuß auf der "Pilgerstraße" zurückgelegt, welche von unzähligen Verkaufsständen gesäumt ist. An vielen werden zwar religiöse Artikel verkauft, es haben sich aber auch die typischen CD- und Taschenverkäufer etabliert, sodass man auch hier auf dem "heiligen Weg" alles kaufen kann, was man noch nie haben wollte.
Letztes Wochenende war ich seit langem mal wieder kulturell interessiert in D.F. unterwegs und habe mir die bedeutendste Wallfahrtskirche des Landes angeschaut - die Basilika der Jungfrau von Guadalupe. Abermillionen Mexikaner pilgern jährlich dorthin, die letzten Meter über den Großen Platz bis zur Kirche auf Knien zurücklegend. Antje - die Ungläubige - ist im Bus vorgefahren... Unter den ganzen Touristen auf dem Platz fällt dieser "Regelverstoß" jedoch nicht weiter auf.
An dieser Stelle möchte ich ein wenig zur Fortbildung beitragen und meinen Reisführer zitieren: "Nach der Legende erschien am 2. Dezember 1531 einem (schon bekehrten) indianischen Schafhirten auf dem Hügel von Tepeyac, der sich nördlich hinter der alten Basilika erhebt, mehrmals die Jungfrau Maria, und als Beweis der göttlichen Vision bildete sich ein paar Tage später auf seinem Mantel das Gesicht einer dunkelhäutigen Frau ab, die dann vom damaligen ersten Bischof von Mexiko Stadt als das Bildnis von Maria erkannt wurde." DerHügel war eigentlich einer aztekischen Göttin geweiht. "Mit dem 'Erscheinungswunder' vermengten sich zwei Glaubenswelten und zwei Göttinnen durchdrangen sich. Für die katholische Kirche wurde die Virgen Morena der entscheidende Faktor zur durchgreifenden Missionierung Mexikos, denn mit der 'Dunklen' fiel es den Indianern wesentlich leichter, die Religion ihrer Unterwerfer anzunehmen." Guadalupe entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte für die Mexikaner zum Symbol der Ermutigung und Hoffnung, zur personifizierten Glücks- und Integrationsfigur aller Bevölkerungsgruppen. Mit der Einführung des Gregorianischen Kalenders ging die Verlegung des auch heute noch größten Festes in ganz Mexiko auf den 12. Dezember einher. Am 11. und 12. Dezember wird der große Vorplatz der Basilika zu einem Aufmarschzentrum für unzählige Wallfahrtsgruppen und auf Knien in die Kirche rutschende Pilger. Der Staat, der aus Verfassungsgründen aus dem 12. Dezember keinen offiziellen Feiertag machen konnte, verhält sich diesem Kult gegenüber loyal, denn es waren in Mexiko schon immer der Glaube und Guadalupe, die dem brüchigen sozialen Frieden Rückhalt gaben. Und ich hatte mich damals gefragt, warum ich für den 12.12. keinen Rückflug nach Deutschland buchen konnte und Travel Services mir den Flug am 11.12. abends gebucht hat... Nun weiß ich, warum... Ich werde also an meinem letzen Tag hier in Mexiko das spektakulärste Fest des ganzen Landes miterleben können... wenn ich irgendwie bis zum Platz durchkomme...
Nun ja, da die Alte Basilika langsam aber stetig in den weichen Boden absinkt und nur noch von Stahlgerüsten gehalten wird, hat man direkt daneben eine gewaltige Wallfahrtskirche erbaut, die eher an ein Zirkuszelt erinnert als an eine Kirche. Ungefähr 15.000 Personen passen dort wohl rein... ich wette, am 12.12. sind es noch ein paar mehr. Hinter schussfestem Glas kann man hier den Mantel mit dem Bildnis der Guadalupe bewundern. Damit die Gläubigen, aber insbesondere auch die fotohungrigen Touris nicht stundenlang davor stehen und anderen die Sicht versperren, hat man ein 4-spuriges Rollband installiert, auf welchem die Massen staufrei am Objekt der Begierde vorbeifahren... Clever Clever... Dank dieser Installation, der Zirkuszeltatmosphäre und den durchnummerierten Beichtkabinen, vor denen die Sünder Schlange stehen, geht das Gefühl, welches mich sonst beim Betreten einer Kirche (ja, auch als Atheist) überkommt, völlig verloren... Hier herrscht Massenabfertigung. Daran kann auch die wunderschöne Blumendeko nichts ändern.
Den ersten Kilometer meines Heimweges habe ich dann zu Fuß auf der "Pilgerstraße" zurückgelegt, welche von unzähligen Verkaufsständen gesäumt ist. An vielen werden zwar religiöse Artikel verkauft, es haben sich aber auch die typischen CD- und Taschenverkäufer etabliert, sodass man auch hier auf dem "heiligen Weg" alles kaufen kann, was man noch nie haben wollte.
