06:30 hieß es, gemütlich aufstehen… Zimmertür auf…Ein eiskalter Wind und vereinzelte Schneeflocken begrüßten uns an diesem frühen Morgen. Während Julia hellauf begeistert ist („Jetzt erlebe ich doch noch ein bisschen Winter.“), reicht die Begeisterung des Sommerkindes Antje gerade einmal für ein paar zynische Bemerkungen. Da es erst um halb 8 Frühstück gibt, unternahmen wir noch einen kurzen Morgenspaziergang, auf dem wir den Entschluss fassten, noch einen Pulli unter die ungefütterten Jacken zu ziehen. Es war nämlich richtig ungemütlich nasskalt. Zum Frühstück gab es später Milchreis… zu früh gefreut… man sollte die Pampe eher Wasserreis mit Zucker taufen…Dazu gab’s Rühreier mit Chorrizo, Brot und Bohnenpampe, Käse, Papaya, Tee und Orangensaft… Ich habe keine Ahnung warum mein Magen das mitmacht. Ich an seiner Stelle hätte schon lange gestreikt ;-)
Nach dem Frühstück gelangten wir wieder zu einer der typischen México-Erkenntnisse: Immer gaaaaanz genau nachfragen und lieber noch mal wiederholen und genau hinschauen, wenn Mexikaner arbeiten. Wir waren zu „unserem“ Hostel hinüber spaziert, um herauszufinden, ob heute ein Zimmer für uns frei ist. Erst sah es nicht so aus, aber dann meinte der eine Touren-Typ zum Rezeptions-Typen, „Naja, die Mädels haben aber die Tagestour heute gebucht (und werden dafür nicht wenige Geld hinlegen)…“. Und plötzlich fand sich ein Zimmer… Die Hand des Tourveranstalters wäscht die Hand des Rezeptionsfritzen, so einfach ist das. Als wir nun unsere Namen angaben, welche bei Zimmer Nr. 16 eingetragen wurden, fiel dem netten Herrn plötzlich auf „Ihr hattet doch reserviert, oder?“ „Ja, aber nie eine Bestätigung erhalten… und gestern hieß es ja, es gäbe keine freien Betten mehr“. „Ja, Zimmer 14 war belegt, weil für euch reserviert“. Und warum ist ihm das nicht gestern Abend aufgefallen? Ganz einfach, Julias Nachname wurde bei der Reservierung bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet … im Buch stand Sorredo… Wie sollen wir da jemals drauf kommen, dass das unser Zimmer ist?!? Naja, nun hatten wir statt Zimmer 14 für 450 Peso pro Nacht Zimmer 16 für 350 inklusive Frühstück und Abendbrot (Dafür, dass wir uns in der Haupturlaubszeit an einer der Attraktionen aufhielten, seeehr günstig)… Weiß der Geier, welchen Grund der Preisunterschied hat, wir haben letztendlich auch in Zimmer 16 gut geschlafen. Um 09:00 war unser Gepäck in das noch nicht gesäuberte Zimmer 16 im Hostel umquartiert und wir saßen im Bus und warteten und warteten. Um 09:35 hatten es dann auch die 6 Franzosen endlich geschafft, sich zu uns Wartenden zu gesellen, sodass der Tagesausflug beginnen konnte. Vielleicht brauchten sie deshalb so lange, weil sie mit ihren kurzen Hosen und Balerina-Schühchen ohne Socken noch unpassender gekleidet waren als wir und sich auf der Shoppingmeile Creels zunächst mit Decken eindecken mussten, in die sie sich den ganzen Tag lang einwickelten. Es ging jedoch noch nicht wirklich los… Erst musste noch getankt und Proviant gekauft werden (Das hätte man ja auch nicht gestern erledigen können, nein…. Ist doch viel schöner wenn rund 14 Leute einem dabei zusehen und frierend warten müssen). Mittlerweile wechselten sich Schnee, Hagel und Schneeregen ab und es sah auch nicht so aus, als ob es heute noch mal aufhören würde L
Tourverlauf:
- Piedra Fertil … sieht aus wie das dritte Bein der männlichen Erdbevölkerung… da war jedoch das Fotoshooting auf den Bahngleisen interessanter
- Piedra Volada … Man schaue sich den Felsen genau an und eine Übersetzung des Namens wird überflüssig… War schon so ein kleiner Nervenkitzel, da oben ohne jegliche Absperrung auf dem Felsen rumzuklettern… In meinem Fall hat aber letztendlich die Vernunft gesiegt und ich in auf halbem Wege umgekehrt… An der Spitze ist der „Weg“ nämlich kaum noch 2 Fuß breit… Ein kleiner Ausrutscher reicht, um den Abflug und unsanfte Bekanntschaft mit den Felsen mehr als 1000 Meter tiefer zu machen. Das ist ein Foto nicht wert. Aus unserer Gruppe waren es 2, die bis ganz an die Spitze gekrochen sind…alle anderen hatten entweder Höhenangst oder ebenfalls beschlossen, auf den Sturz zu verzichten.
- Hängebrücke in der Nähe vom Divisadero: Hohe Absperrungen verhindern 1200 Meter freien Fall…
- Divisadero: Hier waren wir ja gestern schon einmal…nur hatten wir heut etwas mehr Zeit, um den Blick in die Barranca sowie eine Quesadilla zu genießen.
- Lago Arareko: Netter See, angeblich in Form eines Hufeisens… Dafür hatte ich nun eindeutig zu wenig Phantasie
- Piedra del Elefante: Naja, ist halt ein großer Stein… In diesem Fall reichte sogar meine begrenzte Phantasie aus, um den Elefanten zu erkennen.
- Cascada Cusarare: Kurzer Fußmarsch, da der Wasserfall vom Parkplatz aus nicht zu sehen ist… Endlich ein bisschen Bewegung für die durchgefrorenen Knochen. Der Blick von oben genügte Julia natürlich nicht. Kurze Abschätzung der Zeit für Trepp-ab und Trepp-auf und weg war sie. Gut, dachte ich mir… sooo unsportlich kannst du eigentlich auch nicht sein, dass du es nicht rechtzeitig zur Abfahrt wieder nach oben schaffst… also bin ich hinterher… etwas vorsichtiger und somit langsamer als Julia, die 50 Meter vor mir die nassen Treppen teilweise im Laufschritt hinunterstürmte *Kopfschüttel* Nach ein paar Fotos und einem gemütlichen Rundumblick ging es wieder aufwärts… Ich weiß gar nicht, warum ich mir nen Kopf darum gemacht habe, pünktlich wieder oben zu sein… Die Französinnen in ihren Balerina-Schühchen kamen uns schließlich jetzt erst entgegen… und da wir bereits aus der Erfahrung an den letzten Haltepunkten gelernt hatten, dass die nicht mit einem Foto zufrieden sind, sondern jeden Steinbrocken hochklettern und fotografieren müssen, konnten wir uns mit dem Aufstieg Zeit lassen und dann sogar noch hinüberklettern, dahin, wo der Wasserfall hinunter stürzt. Ein Gutes hatte das Hinunter- und wieder Hinauf-Klettern: Zum ersten Mal an diesem Tag hatte ich warme Füße ;-) Und das hebt meine Laune ha bekanntlich gewaltig…
- San Ignacio: Kleine Gemeinde… Ich bin zusammen mit den Franzosen aufgrund des Scheißwetters im Auto sitzen geblieben. Kirchen gibt es schließlich überall…
- Valle delas Ranas: Tal der Frösche… Steine in Froschform
- Valle de los Hongos… diesmal sind es Steine in Pilzform
- Besuch einer Tarahumara-Famile, die in einer Höhle wohnt… Mir wär das da einfach nur zu kalt und zu ungemütlich.
Nach dem Frühstück gelangten wir wieder zu einer der typischen México-Erkenntnisse: Immer gaaaaanz genau nachfragen und lieber noch mal wiederholen und genau hinschauen, wenn Mexikaner arbeiten. Wir waren zu „unserem“ Hostel hinüber spaziert, um herauszufinden, ob heute ein Zimmer für uns frei ist. Erst sah es nicht so aus, aber dann meinte der eine Touren-Typ zum Rezeptions-Typen, „Naja, die Mädels haben aber die Tagestour heute gebucht (und werden dafür nicht wenige Geld hinlegen)…“. Und plötzlich fand sich ein Zimmer… Die Hand des Tourveranstalters wäscht die Hand des Rezeptionsfritzen, so einfach ist das. Als wir nun unsere Namen angaben, welche bei Zimmer Nr. 16 eingetragen wurden, fiel dem netten Herrn plötzlich auf „Ihr hattet doch reserviert, oder?“ „Ja, aber nie eine Bestätigung erhalten… und gestern hieß es ja, es gäbe keine freien Betten mehr“. „Ja, Zimmer 14 war belegt, weil für euch reserviert“. Und warum ist ihm das nicht gestern Abend aufgefallen? Ganz einfach, Julias Nachname wurde bei der Reservierung bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet … im Buch stand Sorredo… Wie sollen wir da jemals drauf kommen, dass das unser Zimmer ist?!? Naja, nun hatten wir statt Zimmer 14 für 450 Peso pro Nacht Zimmer 16 für 350 inklusive Frühstück und Abendbrot (Dafür, dass wir uns in der Haupturlaubszeit an einer der Attraktionen aufhielten, seeehr günstig)… Weiß der Geier, welchen Grund der Preisunterschied hat, wir haben letztendlich auch in Zimmer 16 gut geschlafen. Um 09:00 war unser Gepäck in das noch nicht gesäuberte Zimmer 16 im Hostel umquartiert und wir saßen im Bus und warteten und warteten. Um 09:35 hatten es dann auch die 6 Franzosen endlich geschafft, sich zu uns Wartenden zu gesellen, sodass der Tagesausflug beginnen konnte. Vielleicht brauchten sie deshalb so lange, weil sie mit ihren kurzen Hosen und Balerina-Schühchen ohne Socken noch unpassender gekleidet waren als wir und sich auf der Shoppingmeile Creels zunächst mit Decken eindecken mussten, in die sie sich den ganzen Tag lang einwickelten. Es ging jedoch noch nicht wirklich los… Erst musste noch getankt und Proviant gekauft werden (Das hätte man ja auch nicht gestern erledigen können, nein…. Ist doch viel schöner wenn rund 14 Leute einem dabei zusehen und frierend warten müssen). Mittlerweile wechselten sich Schnee, Hagel und Schneeregen ab und es sah auch nicht so aus, als ob es heute noch mal aufhören würde L
Tourverlauf:
- Piedra Fertil … sieht aus wie das dritte Bein der männlichen Erdbevölkerung… da war jedoch das Fotoshooting auf den Bahngleisen interessanter
- Piedra Volada … Man schaue sich den Felsen genau an und eine Übersetzung des Namens wird überflüssig… War schon so ein kleiner Nervenkitzel, da oben ohne jegliche Absperrung auf dem Felsen rumzuklettern… In meinem Fall hat aber letztendlich die Vernunft gesiegt und ich in auf halbem Wege umgekehrt… An der Spitze ist der „Weg“ nämlich kaum noch 2 Fuß breit… Ein kleiner Ausrutscher reicht, um den Abflug und unsanfte Bekanntschaft mit den Felsen mehr als 1000 Meter tiefer zu machen. Das ist ein Foto nicht wert. Aus unserer Gruppe waren es 2, die bis ganz an die Spitze gekrochen sind…alle anderen hatten entweder Höhenangst oder ebenfalls beschlossen, auf den Sturz zu verzichten.
- Hängebrücke in der Nähe vom Divisadero: Hohe Absperrungen verhindern 1200 Meter freien Fall…
- Divisadero: Hier waren wir ja gestern schon einmal…nur hatten wir heut etwas mehr Zeit, um den Blick in die Barranca sowie eine Quesadilla zu genießen.
- Lago Arareko: Netter See, angeblich in Form eines Hufeisens… Dafür hatte ich nun eindeutig zu wenig Phantasie
- Piedra del Elefante: Naja, ist halt ein großer Stein… In diesem Fall reichte sogar meine begrenzte Phantasie aus, um den Elefanten zu erkennen.
- Cascada Cusarare: Kurzer Fußmarsch, da der Wasserfall vom Parkplatz aus nicht zu sehen ist… Endlich ein bisschen Bewegung für die durchgefrorenen Knochen. Der Blick von oben genügte Julia natürlich nicht. Kurze Abschätzung der Zeit für Trepp-ab und Trepp-auf und weg war sie. Gut, dachte ich mir… sooo unsportlich kannst du eigentlich auch nicht sein, dass du es nicht rechtzeitig zur Abfahrt wieder nach oben schaffst… also bin ich hinterher… etwas vorsichtiger und somit langsamer als Julia, die 50 Meter vor mir die nassen Treppen teilweise im Laufschritt hinunterstürmte *Kopfschüttel* Nach ein paar Fotos und einem gemütlichen Rundumblick ging es wieder aufwärts… Ich weiß gar nicht, warum ich mir nen Kopf darum gemacht habe, pünktlich wieder oben zu sein… Die Französinnen in ihren Balerina-Schühchen kamen uns schließlich jetzt erst entgegen… und da wir bereits aus der Erfahrung an den letzten Haltepunkten gelernt hatten, dass die nicht mit einem Foto zufrieden sind, sondern jeden Steinbrocken hochklettern und fotografieren müssen, konnten wir uns mit dem Aufstieg Zeit lassen und dann sogar noch hinüberklettern, dahin, wo der Wasserfall hinunter stürzt. Ein Gutes hatte das Hinunter- und wieder Hinauf-Klettern: Zum ersten Mal an diesem Tag hatte ich warme Füße ;-) Und das hebt meine Laune ha bekanntlich gewaltig…
- San Ignacio: Kleine Gemeinde… Ich bin zusammen mit den Franzosen aufgrund des Scheißwetters im Auto sitzen geblieben. Kirchen gibt es schließlich überall…
- Valle delas Ranas: Tal der Frösche… Steine in Froschform
- Valle de los Hongos… diesmal sind es Steine in Pilzform
- Besuch einer Tarahumara-Famile, die in einer Höhle wohnt… Mir wär das da einfach nur zu kalt und zu ungemütlich.
Tarahumara ist die spanische Wortumformung von Rarámuri, was soviel wie „Fußläufer“ oder „die mit den leichten Füßen“ bedeutet. Die Berge der Sierra zwangen sie seit jeher zu ausgedehnten Fußmärschen. Im Laufe der Zeit entwickelten sie auf diese Weise immer mehr Ausdauer. Ohne Probleme bewältigen sie Strecken über 100 km, barfuß oder höchstens mit Sandalen (huaraches). Die Tarahumara leben verstreut im südwestlichen Teil der Bergregion von Chihuahua. Im Laufe der Jahre haben sie sich immer weiter zurückgezogen in das unwegsame Berggebiet der Alta und Baja Tarahumara Region. Die Alta ist eine Sierra mit viel Wald und kaltem Klima, die Baja liegt in den Tälern, mit tropisch heißem Klima. Die Sierra Madre Occidantal (auch Sierra Tarahumara genannt) wurde der nahezu unzugängliche Rückzugsort der Tarahumara.
Selbst auf dem Heimweg schneite es immer noch, weshalb unser Fahrer seinen Lieblingsausruf „Mucha Nieve!“ während der Fahrt hunderte Male kopfschüttelnd wiederholte.
Im warmen Essraum des Hostels gab es dann Abendbrot… leider ohne Getränke. Die Suppe reichte zum Durchwärmen nicht aus und Tee gab es auch nicht. Also machten wir uns nach dem Essen noch auf die Suche nach einem Restaurant mit Heißgetränken im Angebot. Wir fanden ein kleines Café, in welchem sogar heiße Milch auf der Karte stand, die ich mir dann auch in Verbindung mit selbst gebackenen Keksen schmecken ließ… genau das Richtige vorm Einschlafen in einer einsamen kalten Winternacht.
Unser Gasofen funktioniert nach mehreren Fehlversuchen nun auch endlich und verbreitet nun wohlige Wärme im Zimmer. Es ist jetzt 21:43 und Antje macht das Licht aus…Schlafenszeit!
Selbst auf dem Heimweg schneite es immer noch, weshalb unser Fahrer seinen Lieblingsausruf „Mucha Nieve!“ während der Fahrt hunderte Male kopfschüttelnd wiederholte.
Im warmen Essraum des Hostels gab es dann Abendbrot… leider ohne Getränke. Die Suppe reichte zum Durchwärmen nicht aus und Tee gab es auch nicht. Also machten wir uns nach dem Essen noch auf die Suche nach einem Restaurant mit Heißgetränken im Angebot. Wir fanden ein kleines Café, in welchem sogar heiße Milch auf der Karte stand, die ich mir dann auch in Verbindung mit selbst gebackenen Keksen schmecken ließ… genau das Richtige vorm Einschlafen in einer einsamen kalten Winternacht.
Unser Gasofen funktioniert nach mehreren Fehlversuchen nun auch endlich und verbreitet nun wohlige Wärme im Zimmer. Es ist jetzt 21:43 und Antje macht das Licht aus…Schlafenszeit!
