Mein Informationsjahr in México 2008

Wochenende KW 16 - Besuch aus Chicago

2008-04-18 - Freitagabend
Abends um 20:00 wird Anja am Terminal 2 in México, D.F. landen. Also sah mein Plan folgendermaßen aus… Mich um 18:30 aus dem Büro verkrümeln, zur Metro latschen, bis zum Terminal 1 fahren und dann zum Terminal 2 laufen, um sie in Empfang zu nehmen.
Aber Pläne sind ja für gewöhnlich da, um sie zu durchkreuzen. In diesem Fall tut dies eine für 17:00 angesetzte Projektbesprechung (Freitag 17:00 *grrr*), die sich natürlich wieder zieht und zieht, sodass ich erst nach 19:00 das Gelände verlassen kann. Zwar setzt mich die Metro noch einigermaßen pünktlich am Terminal 1 ab, aber mein Vorhaben, von hier aus zu Fuß zum Terminal 2 zu laufen, muss ich ziemlich schnell aufgeben. Es ist bereits 5 vor 8, als mir ein Offizieller sagt, dass ich da nur mit dem Bus hinkomme…Also zurück marschiert zu Puerta 6, an der die Busse abfahren…Selbst mit dem Bus dauert es 15 Minuten, um dorthin zu gelangen, wo Anja hoffentlich noch nicht wartet (die Immigration ist ja normalerweise auch ein zeitaufwändiger Prozess). Ausgerechnet dieser Flug landete jedoch so überpünktlich, dass Anja sich schon suchend in der Ankunftshalle umschaut, als ich angehetzt komme.
Da es Freitags um diese Uhrzeit nicht ratsam ist, im Taxi die ganze Stadt durchqueren zu wollen (der Flughafen ist im Osten und ich wohne im Westen), geht’s nun zurück zu Terminal 1 und von hier zur Metro, die uns in wesentlich kürzerer Zeit und mit 2 Peso pro Person auch wesentlich günstiger nach Hause bringen sollte. Natürlich stand uns wieder so ein blöder Café-Stand mit diesen grausamen Malteadas im Weg… Nun gut… mit einem leckeren Getränk in der Hand kann uns nicht einmal das zur Begrüßung aufgezogene Unwetter mit Platzregen, Blitz und Donner schrecken.
Die beiden schlechten Nachrichten, die ich mitbringe (der für heute abend geplante Men-Strip fällt aus Kostengründen aus und ich muss Sonntagabend um 20:00 zu einem weiteren Status-Meeting im Büro aufschlagen), sind ebenfalls schnell verdaut.
Auch die Tatsache, dass der Bankautomat Anjas Kreditkarte nicht akzeptiert, lässt uns nur kurzzeitig stutzen…
Als wir dann an der Sevilla ausstiegen, hätten wir nen Schwimmreifen gut gebrauchen können…Die gesamte Strasse stand unter Wasser, sodass wir von einem trockenen Fleckchen zum nächsten in Richtung Apartment hüpfen mussten. Der Bankautomat um die Ecke teilte uns dann freundlicher Weise noch mit, warum die Kreditkarte nicht funktioniert… Schusselanja hatte den PIN vergessen… werden wir also von meiner Karte leben müssen…
Gegen 22:00 stiefelten wir dann in Richtung Zona Rosa, um noch irgendwo typisch mexikanisch zu abendbroten. Wir fanden auch ein zwar fast leeres, aber gutes Restaurant mit sehr zuvorkommendem Service ;-) und Live Musik. Das Essen war ok, aber nicht herausragend…Und Anja durfte gleich feststellen, dass ihr die hier so typische Mole poblano nicht schmeckt *grins*.
Da der Metrobus nach 24:00 nicht mehr fährt, ließen wir uns im Taxi die Insurgentes entlang bis in den Süden kutschieren, wo wir in einem Karaoke-, Salsa- (später dann Techno-) Schuppen, namens „hab ich vergessen“, die anderen (Karina und ihre beiden Freunde, die ich schon vom Ausflug in den „Wald“ kannte, Peter und zwei seiner WG-Genossen) trafen. Es wurde noch eine recht nette Nacht, die wir aber aufgrund von Müdigkeit (ich war schließlich seit halb 6 auf den Beinen) nach ca. 2 Stunden mit einem ziemlich umständlichen Zahlungsprozedere beendeten und dann so gegen 03:00 morgens endlich im Bett lagen.