Mein Informationsjahr in México 2008

Mal wieder das Neueste aus meinem Leben...

Langes Wochenende am Strand
Das Bedürfnis der Mexikaner, ihre Unabhängigkeit an einem Dienstag zu feiern, bescherte mir mal wieder ein langes Wochenende, welches ich geruhsam am Pazifikstrand von Mazatlán verbringen wollte.


Endlich mal wieder tanzen...
Bevor ich Samstagvormittag jedoch in den Flieger stieg, war ich Freitagabend erst einmal zum Tanzen eingeladen. Mein Zumba-Trainer meinte, so langsam hätte ich die Bewegungen drauf und man könnte sich mit mir wohl auch außerhalb des Studios blicken lassen ;-)… Zur Erläuterung: Zumba ist eine Mischung aus allem, was die lateinamerikanische Musik an heißen Rhythmen zu bieten hat, und Aerobic… Pulswerte von 195 (das sagt zumindest meine Pulsuhr bei konditionell besonders anspruchsvollen Schrittkombinationen) garantiert… Gut, um nicht mit Einzelheiten zu langweilen… Die Tatsache, dass ich um kurz nach 3 morgens zum ersten Mal auf die Uhr geschaut habe, bestätigt… es war ein toller Abend mit genau der richtigen Mischung aus Quatschen, Tanzen, Lästern, Margaritas schlürfen und kindischem Rumalbern (hier kennt mich ja keiner ;-)…


Vamos a la playa... oder grammatikalisch Korrekt: Voy a la playa...
Samstag früh ging’s dann nach nur 3 Stunden Schlaf zum Flughafen und kurze Zeit später in Richtung Strand. Den Flug habe ich komplett verschlafen und somit war ich nach Ankunft wenigstens fit genug, um den geplanten Stadtrundgang durch Mazatlán auch in die Tat umzusetzen. Zu sehen gibt es allerdings nicht viel… Die Innenstadt ist recht schön, mit vielen engen Kopfsteinpflastergassen und niedrigen Häusern, viel Grün und sehr sauber… Allerdings war einfach mal gar nichts los… Ein Zentrum einer lateinamerikanischen Stadt, welches an einem Samstagnachmittag wie ausgestorben ist, fühlt sich schon komisch an… Entweder sitzen die alle zu Hause und bereiten sich auf die kommenden Feiertage vor, oder sie sind ebenfalls alle an den nächstliegenden Strand geflüchtet… Gut, den Kulturteil hatte ich also relativ schnell hinter mich gebracht und so machte ich es mir mit einer Malteada und meinem Buch an dem kleinen Stadtstrand direkt gegenüber dem Hotel bequem, bis die Sonne verschwunden war. Am Sonntagmorgen habe ich mich mal wieder in meine Joggingklamotten geschmissen und mich zu den vielen anderen sportlichen Gestalten auf der Strandpromenade gesellt. Sonnenaufgang, frische Seeluft und das Rauschen der Wellen, da kommt einem eine Stunde nicht mal halb so lang vor wie auf dem Laufband. Nach dem Frühstück wechselte ich dann das Hotel… Für die nächsten 2 Nächte hatte ich nämlich ein Zimmer in einem riesigen All-Inclusive-Resort bestehend aus 4 oder 5 Hotels außerhalb der Stadt gebucht. Einfach entspannen, lesen, Sonne tanken, Buffet leeren und Margaritas schlürfen und ansonsten… Nichts tun… war angesagt… Hat auch alles wunderbar geklappt… nur die Sonne wollte nicht mitspielen. Morgens hat es genieselt und tagsüber war es grau… jedoch bei immer noch Bikinitauglichen Temperaturen, sodass die Sonnenschirme am Strand einfach in Regenschirme umbenannt wurden… Ansonsten änderte sich am Tagesprogramm nichts… pures Faulenzen … Also bleibt die einzig berichtenswerte Gegebenheit, dass man sich in diesem Hotel noch um seine Gäste bemüht… am ersten Tag bekam ich mit Schokolade überzogene Erdbeeren (siehe Foto) aufs Zimmer geliefert und am zweiten Tag einen bunten Obstteller, jeweils mit netten Worten der Geschäftsleitung. Fand ich toll. Und da ich ja allein in meinem Doppelzimmer war, musste ich nicht einmal teilen, was mich insbesondere beim Vernichten der Erdbeeren gefreut hat.

Der Rosenkavalier
Letzte Woche lag vor meiner Tür eine einzelne rote Rose…. Da sich jedoch keiner schuldig bekannt hat, und Schatzi ja nicht mal meine Adresse kennt ;-), habe ich das als „Hat sich bestimmt im Appartement geirrt“ abgetan. Nun gut, am Dienstagabend kam ich von meinem verlängerten Wochenende in Mazatlán nach Hause, öffne meine Tür und sehe .. 12 langstielige dunkelrote Rosen auf meiner Küchenbar… vorsorglich bereits ins Wasser gestellt… Im Appartement geirrt??? Wohl eher nicht. Diesmal ist zwar eine Visitenkarte dabei… der Name darauf sagt mir jedoch mal eben gar nix. Also mit der Karte in der Hand runtergetigert zu meinem Lieblings- Portier (die wissen ja schließlich, wer hier so rein und rausspaziert… und wenn da einer mit einem Strauss roter Rosen vorbeikommt, dann fällt das sicher auf) und nachgefragt. Ja, der wohnt hier… Aha, und wo? … In Nummer 603… aha, also direkt über mir… Ich hab zwar immer noch keinen Schimmer, wer da eigentlich wohnt, d.h. wenn der mir im Hausflur übern Weg rennt, würde ich das nicht einmal merken, aber gut… Nun stellt sich nur noch die Frage… Wie kommen die Rosen IN mein Appartement? Von den möglichen Antworten gefällt mir nur eine einzige und an dieser halte ich einfach mal fest: Er hat die Rosen wieder vor der Tür abgelegt und meine Putzfrau war so nett, sie ins Wasser zu stellen. Und was nu? Keine Ahnung, soll ich mich bedanken und dabei gleich höflich darauf hinweisen, dass ich keinem meiner Mitbewohner hier ein romantisches Interesse entgegenbringe? Oder soll ich mich einfach tot stellen und abwarten? Ich hab Probleme, ich weiß…