Mein Informationsjahr in México 2008

Urlaub Cuba: Santiago de Cuba (15.08.2008)

Gleich nach unserer Ankunft in Santiago de Cuba lässt sich Antje von einem illegalen Taxifahrer – man könnte ihn auch Schlepper nennen – anquatschen und breitschlagen.
Wir und unsere Koffer wurden daraufhin in eine Blechkiste verfrachtet, deren Innenausstattung außer den Sitzgelegenheiten und dem Lenkrad komplett abhanden gekommen war. Wenn ich nicht schon drinsäße, würde ich in das Gefährt nicht einsteigen, denk ich mir, während wir uns zum Ticket-Office von Cubana kutschieren lassen.
Der Schlepper selbst ist gar nicht Fahrer des Autos, sondern sein debiler Kumpel (nicht meine Wortschöpfung). Und während dieser uns durch die engen Strassen rumpelt, versucht uns der Schlepper sein Haus als Unterkunft schmackhaft zu machen. Da wir ganz offensichtlich keine eindeutige Auskunft über unsere Übernachtungspläne geben, begleitet er mich immer fröhlich plaudernd sogar ins Cubana-Office, während Jens am Auto wartet. Unsere Koffer wollten wir nicht in der Obhut dieses seltsamen Kerls lassen.
Da uns bei Cubana offensichtlich eine weitere Kostprobe des gemeinschaftlichen Schlangesitzens zuteil werden sollte, bot ich dem Schlepper an, doch lieber Jens mit den Koffern herzubringen und sich selbst ausm Staub zu machen… Nein, er habe Zeit, das sei also ok so, wie es ist… Wir quatschen also ein bisschen weiter, ohne dass er aus mir die gewünschte Info herausbekommt. Sichtlich ungeduldig fragt er dann doch irgendwann direkt, ob wir schon ein Hotel bezahlt hätten. Als ich dies bejahe und ihm somit die letzte Hoffnung auf ein weiteres Geschäft nehme, hat er es doch plötzlich sehr eilig, stiefelt zum Auto und schickt Jens mit unseren beiden Koffern ins Ticket-Office.
Wir verbringen dann noch den halben Nachmittag in der Warteschlange, die gar nicht mal sooo lang ist… Nein, vor uns waren nur 3 Leute dran, aber der Arbeitseifer und die Fachkompetenz der Angestellten übertrafen alles bisher erlebte um ein Vielfaches.
Zwischenzeitlich hatte ich einem der sinnlos rum stehenden Angestellten wenigstens schon die Info entlockt, dass die Tickets unverhältnismäßig teuerer werden, wenn man sie mit Kreditkarte bezahlt und Jens losgeschickt eine Bank zu suchen und seine letzten US $ zu tauschen.
Als wir dann endlich dran waren, konnten wir mit einem Blick auf den PC der netten Dame erkennen, warum die so unglaublich schnell arbeitet… Wenn man sich zu jedem Flug nicht die zusammengefassten Infos anzeigen lässt, sondern die gesamten Passagierlisten durchscrollt… schon klar, dann dauert das ein Weilchen… ok, ganz ruhig… jetzt sind wir ja dran, jetzt haben wir ja Zeit…
Man wollte uns dann weis noch machen, dass es nur noch einen Flug um Mitternacht gäbe… Bitte? Wer hat denn diesen Flugplan konzipiert? Von Santiago nach Havanna zu fliegen… das macht man natürlich am besten mitten in der Nacht… Keine weiteren Fragen…
Gut, ich bin mir zwar sicher im Internet mehrere Flüge gesehen zu haben, aber das kann ich nicht nachweisen… Um also überhaupt ein Ticket zu kriegen, müssen wir wohl in den sauren Apfel beißen.
Ein paar Tage später am Flughafen werden wir dann erkennen, dass hier einfach mal wieder eine saubere Trennung von Kubanern und Touristen stattgefunden hat… Komisches Land…
Am späten Nachmittag konnten wir dann endlich im besten Hotel der Stadt (wir sind lernfähig) einchecken… 5 Sterne... Sol Meliá… ein riesiger Klotz mit 15 Etagen…
Die Hoffnung auf ein Zimmer mit Ausblick über die Stadt musste ich jedoch schnell wieder begraben, als wir unser Zimmer im 2. Stock betraten… Das Zimmer war in Ordnung und eine Aussicht hatten wir auch… auf die Terrasse, die gerade neu gestaltet wurde und auf der dementsprechend Stahlgerüste, Baumaterial und Krimskrams rumlagen…ist doch schön, wenn die Bauarbeiter direkt vorm Fenster rumspazieren…
Gut, das Hotel und die Außenanlage waren recht schön und unsereiner freute sich darauf, den restlichen schwülheißen Nachmittag am Pool zu entspannen… Mist nur, dass auch dieser sich gerade in einer Renovierungsphase befindet… und wenn man schon dabei ist, dann macht man Sauna und Fitnessstudio auch gleich noch mit dicht… aaahrrrg…. Also nix is mit Erholung…
Zum Abendessen sind wir dann ins Zentrum spaziert und haben uns danach auf die Suche nach den im Reiseführer angepriesenen Etablissements gemacht… Schlussendlich ist es jedoch bei einem langen Spaziergang durch die Straßen Santiagos geblieben…