Wie gestern Abend versprochen stand Erika (die Maklerin) pünktlich um halb 12 im dicken Auto ihres Mannes (in ihr eigenes hätten meine Koffer nicht reingepasst) vor dem Hotel um mich umzusiedeln. Der Hotelboy hatte wieder einmal die ehrenvolle Aufgabe alles im Kofferraum zu verstauen und diesmal hatte ich sogar nen Zwanziger klein, sodass er endlich zu seinem wohlverdienten Trinkgeld kam.
10 Minuten später an der Apartment-Rezeption…
Der nette Mensch hinter der Theke wusste natürlich nichts von der Vereinbarung zwischen Siemens und dem Eigentümer… Erika diskutierte ein Weilchen auf ihn ein und schlussendlich telefonierte der Señor doch noch und holte sich eine Bestätigung… Mit dem Schlüssel bewaffnet mussten wir diesmal alles selbst vom Auto in den Fahrstuhl buckeln, wobei mir Erika wiederum eifrigst behilflich war. Im Fahrstuhl traute ich mich dann endlich zu fragen, ob Siemens für diesen Extra-Service noch dazu an einem arbeitsfreien Tag wenigstens bezahlt. Da meinte sie, dass sie das einfach gern für mich tue… das gehöre halt zum Vermittlungsservice. (Man erzähle das mal einem Makler in Deutschland.)
Oben angekommen fragt sie mich sogar noch, ob sie noch mit mir zum nächsten Supermarkt fahren und die Grundausstattung an Lebensmitteln kaufen soll. Insbesondere die Trinkwasserbehälter sind ja schon ziemlich schwer. Mit der Ausrede, dass ich zunächst erst einmal auspacken wolle, lehnte ich das Angebot jedoch ab. Mir war es nämlich ziemlich unangenehm, dass eine eigentlich wildfremde Frau ihren halben Samstag opfert um für mich und meine zu lösenden Probleme da zu sein… Als ich ihr dann trotzdem noch einen Schein zustecken will, von wegen Spritgeld, weigert sie sich standhaft. Nun gut, denn nicht. Bei der sehr herzlichen Verabschiedung muss ich ihr dann noch versprechen, mich zu melden, wenn ich irgendetwas brauche… Ich muss schon sagen, mein Start hier war gar nicht sooo schlecht ;-)
Was noch ganz witzig ist… wenn man an der Rezeption irgendwas reklamiert, so wie ich zum Beispiel meinen nicht funktionierenden Stöpsel fürs Waschbecken, dann wird nicht von irgendwoher etwas Neues gezaubert, nein man spaziert einfach in eine der leer stehenden Wohnungen und tauscht es aus… Derjenige, der irgendwann in diese Tauschwohnung einzieht, wird sich freuen. Dort dürfte dann ja gar nichts funktionieren.
Jetzt werde ich gleich hintenüber aus meinem Arbeitszimmer in mein Bett fallen und die erste Nacht in der neuen Umgebung aber unter meiner zum Glück aus Deutschland unter Opferung diverser T-Shirts und Pullover (Gewichtsbegrenzung) mitgebrachten ordentlichen Bettdecke verbringen. Meine Vorahnung war nämlich mal wieder richtig… hier gibt es nur eine Kampf-Decke, soll heißen, ein Lacken, darüber eine normale Decke und das Laken am Kopfende umgeschlagen. Es soll ja Leute geben, die damit umgehen können, aber bei einer Wühlmaus wie mir hält diese Konstruktion keine halbe Stunde.
Mein Informationsjahr in México 2008
2008-02-02 Umzug, mexikanische Makler und interessante Tauschgeschäfte
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