Damit die Erholung am Wochenende nicht zu kurz kommt, hatte ich heute nur einen Halbtagesausflug in ein sehr schönes Stadtviertel namens Coyoacan geplant. Ich konnte also ausschlafen, ausgiebig mit den Daheimgebliebenen telefonieren (das ist ja in der Woche so ziemlich unmöglich). Gegen halb elf bin ich wieder mit der Metro los. Leider hat der Weg mehr als doppelt so viel Zeit in Anspruch genommen, weil diverse Stromausfälle (Es ist dann in der Metro wirklich stockfinster) dafür sorgten, dass die Bahnen an fast jeder Haltestelle für 10 Minuten rumstanden. Da ich heute aber allein unterwegs war, musste ich auch nicht pünktlich sein und konnte (musste) mir in aller Ruhe das filmreife Rumgeschlabber und Rumgegrabbel diverser Pärchen um mich rum ansehen. Grrrr… Leute, habt ihr kein zu Hause? Muss das in der U-Bahn sein? Könnt ihr denn nicht ein klitzekleines Bisschen Rücksicht nehmen auf die Leute, die in Fernbeziehungen leben? Als ich dann endlich an meinem Ziel angekommen war, bin ich schnurstracks der Musik nach zum Zentralplatz des Ortsteils gelaufen, auf dem hunderte von Verkaufsständen, an denen alles und nichts verkauft wurde, aufgebaut waren. Im nächstbesten Straßencafé hab ich mir in der Hoffnung auf bessere Laune eine große Málteada de Chocolate bestellt und mich mit dieser mitten im Getümmel auf einem noch freien Bordstein niedergelassen. Wie erwartet bewirkten die Schokodröhnung, die Musik, der strahlende Sonnenschein und die vielen Leute in Wochenendstimmung, dass sich meine Laune zumindest so weit hob, dass ich das Frida Kahlo-Museum, den Kulturteil für heute, in Angriff nehmen konnte. Da ich ja sowieso so ein „Museumsfan“ bin, bewirkten die Menschenmassen, die sich vor jedem Bild oder jedem Gekrakel drängten und so gar nicht weitergehen wollten, dass ich (sowieso einen halben Kopf größer als der Durchschnitt hier) in zweiter Reihe relativ zügig durch die Ausstellungen spaziert bin. Irgendwie bin ich dann wieder einmal auf einem Obst-Gemüse-Fleisch-Klamotten-und-was-sonst-noch-alles-Markt gelandet (die Dinger ziehen mich wohl magisch an). Der Geruch an so einem Obststand mit den vielen verschiedenen frischen Früchten ist einfach toll. Hier hab ich mir auch gleich noch meine Vitaminspritze für heute, einen frisch vor meinen Augen gepressten Saft, abgeholt. Dass ich eigentlich noch was essen wollte, hab ich darüber total vergessen und bin schlürfend in Richtung Metro geschlendert. Kurz vor dem Ziel lag mir dann noch ein Markt mit Zimmer- und Gartenpflanzen im Weg, sodass ich später mit einem Gewächs mit rotgrünen Blättern (keine Ahnung, was das ist, bringt aber Farbe in die Bude) und 4 Kaktanten (Ich weiß, dass ist keine korrekte Pluralbildung) in den Händen die lange Metrofahrt heimwärts antrat.

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